Sonntag, 22. Februar 2009

Waschtag!

Im "Stöberwunderland" unserer Stadt hatte ich vor gut zwei Wochen noch diese Fundstücke ergattert. Aus einer Ladenauflösung auf dem Dorf stammen die alte Kernseife, Wurzelbürste, Holzwäscheklammern, und das ATA. Die Kinderbadewanne und die Wäscherumpel stammen von Tante Elly und der Wäschestampfer von meiner Schwiegermutter. Den Wäschestampfer benutze ich noch heute, wenn ich mal Teppiche in der Badewanne waschen muss. Das mache ich nur, wenn sie nicht in die Waschmaschine passen.

Ja, bin ich froh, dass ich im "Heute" lebe, was das Wäschewaschen betrifft. Wir haben doch modernste Waschmaschinen, die besten Waschmittel und gut zu reinigende Stoffe zur Verfügung. Meist ist das Bügeln noch die schlimmste Arbeit.

Und wie war es bei der Oma. Da gab es noch einen Waschtag. Am Vorabend wurde schon mal die Wäsche eingeweicht. Morgens stand Oma ganz früh auf und heizte den Kessel an, damit warmes Wasser zur Verfügung stand. Die Wäsche war ja früher schmutziger als heute. Da mussten Wurzelbürste und Kernseife her. Da wurde geschrubbt, was das Zeug hielt. Dann wurde die Wäsche auf der Rumpel bearbeitet.

Oma kam ganz schön ins Schwitzen. Und dann die armen Hände. Die waren aufgerubbelt und die Lauge gab dann noch sein Übriges dazu. Dann wurden Weisswäsche und Unterwäsche gekocht. Anschliessend gespült, ausgewrungen und auf die Wäscheleine zum Trocknen gehängt.

In einem alten Buch las ich folgendes:

"Unsere Leibwäsche wechseln wir, je nachdem, wie diese durch die Art unserer Arbeit angeschmutzt wird, öfters, mindestens einmal wöchentlich, damit sie durch das Kochen und Waschen wieder gereinigt wird".

Die Weisswäsche musste nach dem Waschen auch noch extra behandelt werden. Da gab es in den Orten oft Bleichwiesen, wo die Wäsche zum Bleichen aufs Gras gelegt wurde. Die Wäsche wurde immer wieder mit Wasser, das mit Henkels-Bleichsoda (hat das Wasser leicht blau verfärbt) versetzt war, bespritzt. Die Sonne bleichte dann die restlichen Flecken aus der Wäsche. Man nannte diesen Vorgang auch Rasenbleiche. Dies konnte aber nur im Sommer gemacht werden. Im Winter wurde die Wäsche immer und immer wieder mit Kernseife eingerieben und gebürstet. Das Wasser war dann auch meist kalt und Oma hatte Frostbeulen an den Händen.

Gestärkt wurde die Weisswäsche früher mit Kartoffel- oder Reisstärke.

Dann kam noch das anstrengende Bügeln. Wenn Oma schon Strom hatte, gehörte sie zu den Glücklichen. Als die alten schweren Bügeleisen noch mit Kohle befüllt werden mussten, war das kein Zuckerlecken. Und auch Leinen und die alten Stoffe waren nicht leicht glatt zu kriegen.

So, und nun nach so viel schwerer Arbeit kommt das Vergnügen. Wie wär`s mit einem Kleopatra-Bad?

Was man dafür braucht, findet Ihr in meiner Schublade!

Eine schöne Woche wünscht Euch

heidi

Kommentare:

  1. "Vergnügen" kam für die Oma aber nicht nach der Wäsche - und schon gar nicht in Form eines Kleopatrabades. So viel zum Thema "früher war alles besser". Meine Mutter durfte sich als Kind die Haare nur bei zunehmendem Mond waschen, war Oma abergläubisch oder nur sparsam, oder hatte sie nicht so viel Zeit, sich um die Pflege ihrer Kinder zu kümmern?

    Manches gute übersteht aber die Zeit, z. B. der Wäschestampfer, den habe ich auch, und ich benutze ihn - oftmals zur Vorwäsche in einem Eimer bei hartnäckigen Flecken - und Bleichen in der Sonne, das mache ich im Sommer manchmal auch heute noch.
    Ein altes Bügeleisen dient bei uns als Buchstütze, ein anderes als Türstopper - nichts geht verloren, aber die Bestimmung ändert sich mitunter.
    lieben Gruß von Friederike
    Es war wieder einmal herrlich hier zu lesen.

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  2. Herrlich dieser "Wäschepost", ich erinnere mich auch noch an den dampfenden Waschkessel meiner Mutti und ihre Freude über die erste Waschmaschine. Mehr als ATA brauchte man nicht zu rufen, jeder kannte nur diesen einen Scheuersand.Deine Fotos sind ein Genuss, am liebsten würde ich sie in ein Nostalgiealbum kleben.
    Liefs Anett

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  3. Liebe Heidi,

    danke für Deinen netten Kommentar zu meinem neuen Hintergrund. Du bloggst erst seit so kurzer Zeit? Sieht doch alles ganz professionell aus und gekonnt. Ich glaube, ich bin da nicht so schnell. Aber es macht Spaß!
    Grüße von
    Petra

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  4. unser erstes aupair-mädchen (aus polen) stellte gegen ende ihrer zeit (1995) bei uns fest: ich werde meiner mutter eine geschirrspülmaschine von meinen ersparnissen schenken. ich fand das sehr rührend. und ich liebe meine zwei wasch/abwasch-maschinen innigst, reinige sie regelmäßig und danke ihnen bei fast jeder wäsche. haben ihnen sogar eine widmung in einem meiner bücher geschrieben! eine schöne woche wünscht dir eliane

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  5. Da hast Du aber ein schönes Stück Kulturgeschichte zusammengetragen.
    LG Bella

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  6. Danke für dein Kommentar in mein Blog:)

    Du hast aber interessante Blogs. Muss mich noch durch lesen.

    LG, Julianna

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  7. Hallo Heidi,

    vielen lieben Dank für Deine Kommentare.

    Ja, auch ich liebe die Nostalgie, und als es meine wirtschaftlichen Verhältnisse noch erlaubten, bin ich ständig auf irgendwelchen Flohmärkten oder im Auktionshaus unterwegs gewesen. Einiges habe ich auch noch von Oma, das sind natürlich meine besten Schätze.
    So nach und nach wird davon wohl auch was in meinem Blog zu sehen sein.

    Hat Spaß gemacht, Deine "Waschgeschichte" zu lesen, obwohl ich mal gelesen habe - man soll es nicht glauben - dass die heutige Hausfrau viel mehr im Haushalt arbeitet als noch zu Omas Zeiten. Und zwar soll es daran liegen, dass heutzutage eben alles immer hygienisch rein und mega-sauber sein muß. Teppich muß halt jeden Tag gesaugt werden, Oma hat in zweimal im Jahr geklopft..Gut, was die Leibwäsche betrifft, haben wir es schon besser..eine Woche nicht wechseln..ne, geht gar nicht. Aber wenn ich mich so erinnere, was meine Oma erzählt hat, irgendwie war es auch eine schöne und gemütliche Zeit..

    Ich hoffe, dass wir bald noch mehr nette Geschichten dieser Art lesen werden

    LG und eine schöne Woche
    Sophie

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  8. Hallo Heidi,Gott sei Dank hat sich das mit dem Waschengeändert.Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen...........und vor allem jetzt in den bitterkalten Tagen.Trotzdem hast du wieder tolle Schätze gefunden.Diese kleine Holzwanne ist ein Traum.Hab noch einen gemütlichen Abend,machs gut,Elke.♠○♠○♠○♠○♠○♠○♠

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  9. ...schöner Post, der einem richtig nostalgisch werden lässt, allerdings bin ich froh, im hier und jetzt zu leben. Die Mutter meiner Freundin "kocht" ihre weiße Wäsche noch heute im Kessel und meine Freundin sagt, so weiß ist nur die Wäsche, die im Kessel war....
    LG
    Beate
    P.S.du bist ja echt total fleißig, was das einrichten von Blogs angeht, ich bín froh, dass ich gerade einen "füttern" kann "lach"

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  10. Liebe Heidi,
    das war wirklich schön zu lesen! Wie bin ich doch froh eine moderne Waschmaschine zu haben und einen tollen Trockner, der mir auch noch die meiste Bügelarbeit abnimmt! Ich wünsche Dir eine schöne Woche und alles Liebe *Kerstin*

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  11. Liebe Heidi,
    ich bin für Arbeitsteilung - Du die Wäsche, ich das Bad. ;-)
    Danke für die tolle Recherche! Meine Großmutti hat auch oft davon erzählt. Allerdings auch immer ein wenig lächelnd. Ich denk, diese Weiberei war gewiss auch ganz lustig. Wenn ich so allein in den Keller stapfen muss... :-/ Dennoch bin ich froh und dankbar über meine zwei Waschmaschinen! Jaha, ich habe zwei. Mein Mann stand strahlend neben mir, nachdem er die alte repariert hatte und meinte mit stolz geschwellter Brust: Schatz, jetzt bist Du eine der wenigen Frauen, die zwei Waschmaschinen besitzen!
    Aha, ja, toll... Also, zwei Ringe oder zwei Kleiderschränke oder zwei Tage Wellness wären mir damals lieber gewesen.
    ABER man(n) behält ja doch oft recht - ich bin sehr glücklich über meine beiden Maschinchen - jetzt brauch ich nur noch halb so oft in den Keller zu stapfen... :-)

    Liebe Grüße, Anke

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  12. Liebe Heidi, herzlichen Dank für diesen Rückblick in die gar nicht so einfach und bequeme alte Zeit. Auch ich erinnere mich noch, wie meine Großmutter den Kessel heizte und meine Mutter in der Waschküche schrubbte .... und meine Tochter hat das von Handwaschen in Afrika gelernt und übt es fleißig.
    Nur ich habe es bequem - dafür bin ich dankbar! Und fülle jetzt gleich die Maschine!
    Liebe Grüße
    Ingrid

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  13. Heidi, wie gut schilderst du das Leben unserer Großmütter - wir haben noch einiges nostalgisches aufgehoben, z.B. die Waschrumpel, den Waschkessel haben wir noch bei ihr erlebt! Jetzt ist in der frühreren "Waschkuchl" unsere Sauna!

    Liebe Grüße

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  14. Hallo Heidi!!!

    Ich denke auch oft daran, wie gut wir es in der heutigen Zeit einfach haben...auch wenn man von allen Seiten nur Gemecker und Gejammerhört, wie anstrengend und schlecht das Leben doch ist!!!

    Aber nicht mit mir! Ich finde, wir leben heutzutage wirklich gut...wer sich selbst Streß macht, hat selbst schuld, und sooo anstrengend wie früher sind die meisten arbeiten halt nicht mehr...nur anders...

    Deine Waschdeko gefällt mir total gut!!!

    Viele liebe Grüße, Svenja, die jetzt mal ein wenig in der Schublade kramt ;O)

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  15. Dank deinem wunderbar nostalgischen Bericht fühle ich mich jetzt fast in alte Zeiten zurück versetzt.
    Ach, wie einfach wir es doch heutzutage haben...

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  16. Hallo Heidi, ohhhh ist das schön, dass wir es heute erheblich leichter haben!!!! Das muss wirklich eine Mordsarbeit gewesen sein. Aber so ein Bügeleisen haben wir auch noch und deshalb weiß ich, wie schwer es ist, auch ohne Kohlen.
    Ganz liebe Grüße Barbara

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  17. Liebe Heidi!
    Ja, von dieser Waschprozedur hat mir meine
    Oma immer erzählt. Diese Waschtage (das waren genau eingeteilte Tage im Monat für Bettwäsche, Leibwäsche, wie es früher genannt wurde, usw. Ein anstrengender "Job"! Und gestärkt wurde die Wäsche ja auch immer. Kennst du das Lied: Was ist heut für ein Tag? Heut ist Montag, heut ist Knödltag, usw, heut ist Dienstag, heut ist Nudltag... Meine Oma hat mir erzählt, dass sie die Wäsche gestärkt haben mit Kartoffelstärke, oder Reisstärke. Das Nudelwasser (vom Dienstag) wurde auch irgenwie verwendet. Hier ist ein interessanter Link im Internet: http://www.waeschepflegemuseum.at/geschichte2.htm
    Die Waschrumpel hatte meine Oma sogar noch in ihrem Keller. Ist leider nicht mehr da. Darf ich dich fragen, ob du Informationen zu Näh- und Stickutensilien hast? Wie die brave Hausfrau (oder das Mädchen) von einst ihr Nähkästchen richtig einrichtet hat? Das wäre ganz nett! Vielen Dank für deine sehr interessanten und erheiternden Beiträge. Liebe Grüße von Sabine aus Österreich. Ach ja, meine Schwiegermutter ist ganz begeistert von deinen gestrickten Hausschuhen. Wir werden versuchen, diese nachzustricken.

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  18. Da hast du aber tolle Schätze!

    Liebes Grüßle, Biene

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  19. Liebe Heidi, wie viele schöne Dinge!! Alte aber so süss!! Ich habe das Foto von deines Nähzimmer kaum gesehen, es ist eine anderes Paradies! Komplimenten!!

    servus
    Luisa

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  20. Hach...so viele tolle Antiquitäten....wirklich wunderschöne Schätze....das spornt mich an, demnächst auch mal was Altes zu posten....nein, nicht `s Herzblatt...*lach*....noch nicht!!!
    Liebste Herzblattgrüße
    Iris

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  21. Heidi, diese Bilder erinnern mich sehr an frühere und Omas Waschzeiten, diese Utensililien kenne ich auch noch und bin froh das es neues gibt!

    Lg, Frieda

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  22. Hallo Sabine (Bienchen)

    kann Dich nirgends erreichen, möchte Deine Frage beantworten. Vielleicht schickst Du mir eine E-mail. Meine Mail-Adresse findest Du im Profil

    heidi

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  23. Hei Heidi,
    ja kiitos vierailustasi:)!
    Ihania vanhoja pesutarvikkeita!
    Muutenkin sinulla on kaunis blogi...:)

    Oikein mukavaa torstai aamua.
    Terveisin Riikka

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  24. Hallo Heidi,
    danke für die hübschen Fotos und den interessanten Bericht!
    Liebe Grüße,
    Moni

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