Schon lange träume ich einen Traum. Der Traum wird immer wieder in mir wachgerufen, wenn ich in einem ortsansässigen Café sitze. In unserer Stadt gibt es nur 0815-Cafés. Wenn ich könnte, ich würde das ändern.

Da gibt es in Finnland in Lappeenranta ein Café, das Café Marjuska. Das Café ist ein Traum - mein Traum. Solltet Ihr nach Lappeenranta kommen, müsst Ihr unbedingt dieses Café besuchen. Bei Interesse melden, ich weiss mehr darüber, ich war schon x-mal dort.
im Cafè Marjuska
Ich würde ein nostalgisches Café eröffnen. Am besten würde sich dazu eine Villa mit einem schönen verwunschenen Garten eignen. Das Café würde ich wie ein grosses Wohnzimmer einrichten. Alte Möbel und Kunst an den Wänden, das müsste schon sein. Ja, verschiedene Sitzgruppen - wie alte Sofas mit alten Sesseln, runde, ovale und eckige Tische mit bequemen Stühlen - hauptsache schön alt. Kronleuchter und Stehleuchten lassen den Raum im romantischen Licht erscheinen.

In den antiken Schränken und Vitrinen stehen altes Porzellan und alte Gläser. Natürlich dürfen Spitzendeckchen nicht fehlen. Wir benutzen auch altes Porzellan. Ich mag nämlich nicht das Einheitsgeschirr in den Cafés. Hinter schönen Paravants würde ich ein Eckerl einrichten, wo man in aller Ruhe sich im "Bloggerwunderland" austoben kann.
Strickt man heute in einem Café, wird man schon komisch angeschaut. Bei mir wäre das nicht so, da ist handarbeiten erwünscht. Ein grosses Regal mit alten und guten Büchern findet auch seinen Platz. Ein schönes altes Buch bei einer guten Tasse Kaffee, das hat doch was? Mein Café müsste auch eine grosse Terrasse für die schönen Tage haben. Eingerahmt von Rosen, Lavendel und co. Selbstverständlich gibt es nur frischen, selbstgebackenen Kuchen und Torten nach alten Rezepten. Dazu gibt es Kaffee entweder gebrüht oder aus dem modernen Kaffeeautomaten, ganz so wie es der anspruchsvolle Gast wünscht. Ein Samowar steht auch bereit, für die Teetrinker.Hinter der Theke steht eine Kaffeekocherin, die in Österreich ausgebildet wurde - wegen des guten Kaffees. In der Backstube - da wüsste ich schon jemanden - steht eine Bäckerin, die aus Leidenschaft ihrer Aufgabe nachgeht. Natürlich bräuchte ich auch eine Kraft, der sich um die Geschirrreinigung kümmert. Schliesslich kann man altes Porzellan nicht einfach in der Spülmaschine waschen. Und die Bedienungen, die bekämen von mir eine nostalgische "Arbeitskleidung". Da hätte ich schon meine Ideen.
Die Toiletten, die wären ein Traum. Ganz romantisch und nostalgisch würde ich sie gestalten. Natürlich sind die Sanitäranlagen auf dem neuesten Stand - keiner muss aufs Plumpsklo.
In einem grossen Nebenraum würde ich einen Laden einrichten, in dem nur schöne Dinge verkauft werden. In dem Laden werden auch Ausstellungen stattfinden und die Handarbeiten und Basteleien unserer Gäste würden hier auch verkauft werden.
Und an Heiligabend - wenn das Café Ruhetag hat, würde ich alle alten, einsamen Leute, die ich ausfindig machen kann, zur Bescherung einladen. Es gibt so viele einsame Leute, die keine Kinder haben, oder einfach von ihren Kindern "verlassen" wurden.
Im Sommer gäbe es mal einen Kindertag. Dazu würden wir ein Zelt, ein altes Karusell und ein Kasperltheater aufbauen. Die Kinder sind ja schliesslich die Gäste der Zukunft. Und an die Zukunft muss man als Geschäftsfrau schon auch denken.
Ja, um dies alles zu verwirklichen, bräuchte man Personal. Ich komme aus der Betriebswirtschaft - ich würde organisieren und für die Gäste dasein. Natürlich dürfte das wichtigste nicht fehlen - ein grosszügiger Geldgeber!
Zu guter Letzt bräuchte das Café ja auch einen Namen. Ich würde es "Heidi´s kleines Paradies" nennen. Schliesslich ist mein Café das wahre Paradies. Ein schönes Schild und eine schöne "Kaffeekarte" würde ich selbst gestalten, so in der Art, wie es auf dem folgenden Foto. Nur, die nackte Schönheit würde ich unter einem Hauch von Organza verhüllen.
Das Bild habe ich bei E-bay ersteigert. Es ist die Speisekarte aus einem ehemaligen Restaurant.
Aber wie gesagt, es ist nur ein Traum - mein Traum! Was wäre das Leben ohne Traum!
So, nun zur Realität:
Ich war letzte Woche im Café. Dort gehe ich immer hin, wenn ich mich mit meiner Diana zum shoppen verabrede oder wenn ich mal das Bedürfnis habe, wieder mal was neues aus dem Ort zu erfahren.
Bei besagtem Besuch sassen drei ältere Damen am Nebentisch, die sich übers Stricken unterhielten. Und wenn ich in der Richtung was höre, bekomme ich ganz lange Ohren. Es ging um Hausschuhe, die man auch in der schlechten Zeit selbst strickte. Ich bat um "Aufklärung". So ganz kapierte ich nicht, was sie mir (jede anders) erzählten. Eine der Damen brachte mir am nächsten Tag ein Muster mit.
Das Muster für Omas Hausschuhe
Ich habe die "Puschen" nachgestrickt, und das ist das Ergebnis! Zum Nachstricken (sehr leicht)ist die Anleitung wieder in meiner Schublade versteckt.

Schöne Träume wünscht Euch allen
heidi